Vier Tage voller Begegnungen, Eindrücke und gelebter Partnerschaft
Früh am Freitag, den 7. August, startete unsere siebenköpfige Delegation zu einer Reise in Ahrensburgs Partnerstadt Viljandi. Nach dem Flug über Helsinki nach Tartu wurden wir von Siim Lepik, dem Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Viljandi, herzlich empfangen. Bei herrlichem Wetter ging es anschließend durch die wunderschöne estnische Landschaft nach Viljandi.
Unser erster Besuch führte uns in das Jugendzentrum der Stadt. Der Bürgerverein Ahrensburg hat dort mit Spendengeldern ein Spielgerät finanziert – selbstverständlich ließ es sich unsere Delegation nicht nehmen, dieses gleich selbst auszuprobieren. Besonders beeindruckt hat uns die engagierte Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Räume sind mit viel Kreativität und teilweise einfachen Mitteln liebevoll gestaltet. Den Jugendlichen stehen zahlreiche Möglichkeiten zur gemeinsamen Aktivität ebenso wie Rückzugsräume für kleinere Gruppen zur Verfügung. Hier wird deutlich, wie viel mit Engagement, Ideenreichtum und Herzblut bewegt werden kann.

Am Abend kamen wir bei einem gemeinsamen Essen mit der stellvertretenden Bürgermeisterin Silvia Takkel, dem Stadtrat Seeder und Siim Lepik ins Gespräch.
Bildung, Digitalisierung und Begegnung
Am Samstag stand die Stadtbibliothek auf unserem Programm. Schon die Räumlichkeiten hinterließen einen starken Eindruck. Nach der Präsentation durch die Leiterin waren wir uns einig: Hier wird hervorragende Arbeit geleistet. Fördermittel ermöglichen es, bereits die Kleinsten an Bücher heranzuführen und allen Generationen einen selbstverständlichen Zugang zu analogen Medien zu bieten.
Gleichzeitig konnten wir erleben, wie konsequent Estland auf Digitalisierung setzt. In der Stadtbibliothek stehen sieben Computer kostenlos für die Öffentlichkeit zur Verfügung. Bürgerinnen und Bürger können dort ihre Angelegenheiten rund um die Verwaltung erledigen.
Nach einer Bootstour über den Viljandisee ging es zum Mittagessen nach Sammuli. Dort fand während unserer Reise ein internationales Jugendcamp mit Jugendlichen und Betreuern aus Viljandi, Esplugues und Ahrensburg statt.
Am Nachmittag erkundeten wir Viljandi bei einem geführten Stadtrundgang. Dabei kamen wir auch an der großen Freilichtbühne vorbei, auf der gerade für die Veranstaltung am nächsten Tag geprobt wurde. Trotz Nieselregens herrschte eine ausgelassene und fröhliche Stimmung. Viele Sängerinnen, Sänger und Tänzerinnen und Tänzer waren mit großer Begeisterung dabei.
Anschließend besuchten wir die Berufsschule etwas außerhalb der Stadt. Mari Moraats ermöglichte uns trotz der Schulferien einen Einblick in die Räumlichkeiten. Auch hier beeindruckten uns die Gestaltung der Schule, der Lernräume und der Werkstätten.
So funktioniert Völkerverständigung
Der Sonntag begann mit dem Besuch der neuen Feuerwache. Dort trafen wir erneut auf die Jugendlichen des internationalen Camps, denn der Tag stand unter dem Motto „Feuer“. Organisiert wurde das Programm von der Ahrensburger Gruppe.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in Sammuli konnten wir die Präsentation der Jugendlichen erleben und uns auch persönlich einbringen. Besonders schön war zu beobachten, wie selbstverständlich und freundschaftlich die Jugendlichen aus den drei Städten miteinander umgingen. Die Gruppen waren sichtbar zusammengewachsen – locker, offen und mit viel Freude an der gemeinsamen Zeit.
Genau so funktioniert Völkerverständigung: durch persönliche Begegnungen, gemeinsames Erleben und den direkten Austausch über Grenzen hinweg.

Eindrücke, die bleiben
Am letzten Tag unserer Reise trafen wir uns am Vormittag noch mit dem Sozialdienst und konnten dabei weitere Eindrücke von der Situation vor Ort gewinnen.
Anschließend besichtigten wir das im Bau befindliche Spa-Hotel. Der Rohbau steht bereits und das Projekt machte einen vielversprechenden Eindruck. Die Eröffnung ist für den kommenden Sommer vorgesehen. Danach ging es mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck zurück zum Flughafen.
Mich haben Land und Leute sehr beeindruckt. Mein erster Besuch in Estland wird sicherlich nicht mein letzter gewesen sein. Die vier Tage in Viljandi waren abwechslungsreich und manchmal auch anstrengend – aber vor allem waren sie geprägt von Begegnungen, interessanten Gesprächen und vielen neuen Eindrücken.
Eine besonders wichtige Begleitung war Sabine Stoff-Isenberg, die seit 25 Jahren mehrere Monate im Jahr in Viljandi verbringt. Durch ihre langjährige Verbundenheit mit der Stadt hat sie uns viele Türen geöffnet und uns einen noch umfassenderen Einblick in das Leben in Estland ermöglicht.
Ich würde diese Reise jederzeit wieder mitmachen.

Die Partnerschaft zwischen Ahrensburg und Viljandi lebt von solchen persönlichen Begegnungen. Sie schafft Verständnis füreinander, eröffnet neue Perspektiven und zeigt, wie viel Menschen aus unterschiedlichen Ländern voneinander lernen können.
Sabine Knudsen

