Der gerade vorgestellte Strukturdatenbericht der Stadt offenbart eine besorgniserregende Entwicklung:
Ca. 240 Haushalte stehen in Ahrensburg auf der Warteliste für eine Sozialwohnung. Sie alle erfüllen die Voraussetzungen für den Bezug geförderter Wohnungen. Aber die fehlen an allen Ecken und Enden.
Schon heute kann der Bedarf nicht ansatzweise gedeckt werden. Nur 17 Haushalten von der Warteliste konnte 2024 eine geförderte Wohnung vermittelt werden. Diese Situation wird sich künftig noch deutlich verschärfen: bis Ende 2030 endet bei 297 der 497 Ahrensburger Sozialwohnungen die stets nur befristet geltende Sozialbindung. Danach stehen sie der Stadt nicht mehr zur Vermittlung an einkommensschwache Haushalte zur Verfügung. Ausreichender Ersatz ist nicht in Sicht.
Zwar sind knapp 130 neue Sozialwohnungen projektiert, für die meisten davon wurde auch schon eine Baugenehmigung erteilt, mit dem Bau begonnen wurde aber nicht. Einzige Ausnahme: 13 fertiggestellte Wohnungen an der Reitbahn. Auch die kann die Stadt aber wegen eines Streits mit dem Investor nicht nutzen. Ob und wann die projektierten Wohnungen der Stadt zur Verfügung stehen werden, ist völlig offen.
Selbst wenn alle diese Projekte bis Ende 2030 bezugsfertig werden sollten (was sehr unwahrscheinlich ist), sinkt Ahrensburgs Bestand an Sozialwohnungen durch das Auslaufen der Sozialbindung bis dahin um fast 170 Wohnungen. Der Bedarf wird dagegen eher steigen.
Neue Konzepte sind dringend gefragt. Mangel an bezahlbarem Wohnraum gibt es nicht nur in Ahrensburg, aber andere Kommunen sind bei der Entwicklung solcher Konzepte deutlich weiter. Bargteheide baut bezahlbaren Wohnraum zum Beispiel in Eigenregie. Andere haben städtische Wohnungsbaugesellschaften gegründet, die geförderten Wohnraum neu bauen und geeignete Bestandswohnungen am freien Markt erwerben, um sie mit Fördermitteln zu preiswerten Sozialwohnungen umzubauen. Weitere Möglichkeiten bieten genossenschaftlich organisierte Bauprojekte, die Einbeziehung gemeinnütziger Unternehmen und Stiftungen und die Verlängerung der Sozialbindung bei den Bestandswohnungen.
Dem Mangel entgegenwirken könnte Ahrensburg auch durch strengere Quotenregelungen für den Anteil an Sozialwohnungen bei Wohnungsbauprojekten, den Ankauf von für Sozialwohnungen geeignetem Baugrund und weiter beschleunigte Genehmigungs-verfahren für geförderten Wohnungsbau.
Es ist höchste Zeit, bei diesem Thema voranzukommen damit Wohnen hier nicht zu einem Luxusgut wird.
Schreiben Sie mir gerne unter c.herbers@spd-ahrensburg.de wenn Sie dazu Fragen oder Anregungen haben.
Christof Herbers
SPD-Fraktion Ahrensburg
