Parkplatzrätsel für Anfänger

Veröffentlicht am 20.09.2019 in Kommunalpolitik

Wie muss man sich eigentlich „die“ Politik in Ahrensburg vorstellen? Seit Herbst letzten Jahres bin ich als Bürgerliches Mitglied im Finanzausschuss und gelegentlich als Stellvertreter im Bau- und Planungsausschuss dabei.

Als kommunalpolitischer Anfänger ist mein Eindruck: Über alle Parteigrenzen hinweg gibt es viele Menschen, die sich in ihrer Freizeit intensive Gedanken darüber machen, was das Beste für Ahrensburg ist. Ähnlich sehe ich auch „die“ Verwaltung, in der viele engagierter Mitarbeiter/innen arbeiten, die einen riesigen Berg Arbeit zu bewältigen haben.

Natürlich unterscheiden sich die Auffassungen über „das Beste“ von Partei zu Partei – und von Politik zu Verwaltung – und der Streit darum ist Kern einer Demokratie. Manchmal finde ich es allerdings doch erstaunlich, welche Beschlüsse zustande kommen. Das Thema Parkflächen auf dem Stormarnplatz ist ein gutes Beispiel.

Offensichtlich favorisieren eine politische Mehrheit in Ahrensburg und die Verwaltung eine Halbtiefgarage auf der heutigen Rasenfläche des Stormarnplatzes. Statt einer Freizeitfläche mit viel Grün für alle Ahrensburger/innen, wie es die SPD schon lange fordert, soll dort eine Tiefgarage entstehen, die eigentlich keine ist, weil sie halbhoch aus dem Boden ragt.

Ja, die Dachfläche soll dann auch als Freizeitfläche gestaltet werden. Die Vorstellung, dass diese Flächen auch nur halb so ansprechend und nutzbar sein könnten, wie ein echter Stadtpark, ist – nunja - ziemlich schräg. Wieso auch die Grünen, zusammen mit CDU und WAB, eine Grünfläche mitten in der Stadt für Parkflächen opfern wollen, ist für mich ein unerklärliches Rätsel.

Es gäbe ja Alternativen, wie zum Beispiel ein Parkhaus am Rande des Stormarnplatzes. Aber vor allem wäre es doch sinnvoll, überhaupt erstmal zu überlegen, wo und wofür in Ahrensburg eigentlich Parkplätze gebraucht werden: Es gibt Pendler, die morgens das Auto abstellen und abends wieder abholen; es gibt Beschäftigte in der Ahrensburger Innenstadt und es gibt Einkäufer und Besucher von Rathaus, Ärzten etc.

Erst ein Parkplatz-Konzept für die ganze Innenstadt entwickeln, dann Fakten zu schaffen - das wäre nachhaltige Stadtentwicklung. Warum jetzt der zweite Schritt vor dem ersten kommen soll? Auch so ein Rätsel.

Von E.Boege

 
 

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