Leben in Ahrensburg in Corona Zeiten

Veröffentlicht am 12.08.2020 in Kommunalpolitik

Die Corona Krise ändert alles

- unsere Art zu leben, zu arbeiten, zu wirtschaften, unsere Innenstädte, unsere kulturellen und Freizeitaktivitäten. Wer - wie ich – abends mit dem Fahrrad durch Ahrensburg fuhr, erlebte eine nahezu autofreie und stille Stadt. Still auch, weil keine Flugzeuge da waren. Bei allen Schwächen waren wir in der Lage, über Nacht ohne großes Murren das gesellschaftliche Leben einzustellen und die wirtschaftliche Tätigkeit einzufrieren.

Und die Menschen haben dies mitgetragen.

Krisen eröffnen Chancen – Mängel aufzuzeigen im Gesundheitswesen, im Bildungswesen aber auch bei der so hoch geschätzten  Globalisierung. Es ist die Chance, eine Umorientierung hin zu mehr Nachhaltigkeit und Qualität zu meistern. Wir haben das Potenzial, denn wir haben trotz aller Mängel ein gutes Bildungssystem, ein gutes Gesundheitssystem, eine offene Bürgergesellschaft und die finanziellen Mittel in unserer Gesellschaft. Und wir haben  die Chance, bei  weiteren Maßnahmen keinen generellen Lock down von Wirtschaft und Gesellschaft durchzuführen, sondern  abgewogen lokal und sektoral zu reagieren. Wir können die Belastung der öffentlichen Haushalte nutzen, um Sozialstaat gerecht und Wirtschaft neu zu justieren.  Corona bietet die Chance, eine Debatte über ein Grundeinkommen zu führen, das Menschen materiell absichert. Hochinteressant war in diesem Zusammenhang die politische Debatte um die von der SPD durchgesetzte Grundrente. Man vergleiche nur die Summen, die als Unterstützung für Konzerne im Raum stehen. Viele Menschen wurden über Nacht unverschuldet  in ihrer Existenz bedroht, obwohl sie vieles richtig gemacht haben -als kleine Selbstständige, Kulturschaffende, Friseure, Gastronomen. Mit Recht wurde ihnen mit den Zuschüssen eine Art des Grundeinkommens zugestanden. Die wirtschaftlichen Risiken und Nöte vieler -auch von Arbeitsplatzverlust bedrohter Menschen-sind damit noch längst nicht beseitigt.

Gerne höre ich Ihre Meinung Wer Interesse an einem direkten Kontakt mit Abstand hat:

Sprechstunde Sa. 22.8., 11.00 Uhr SPD-Büro in Uns Huus , Manhagener Allee 17

Jürgen Eckert SPD-Stadtverordneter Aus: Ahrensburger Markt 34. KW 19.08. 2020

Corona bietet auch die Chance, hier vor Ort in Ahrensburg zu handeln.

Jeder kann lokal einkaufen, den Einzelhandel hier unterstützen. Und mal wieder einen Gastronomie Besuch wagen. Kleine Schritte zurück ins Leben unternehmen. Die Stadt Ahrensburg sollte nicht nachlassen, die Betreuung von Kindern sicherzustellen. Die Betreuungskosten sind leider nach wie vor viel zu hoch, gerade in Situationen wie diese. Gerade jetzt sollte die Stadt weiter die freiwilligen Leistungen für Vereine, Institutionen und Organisationen vornehmen. Sie sichern den Zusammenhalt unserer Gesellschaft vor Ort. Viele Aktivitäten mussten in Corona Zeiten eingestellt werden, es wird nicht leicht sein, diese wieder anzufahren. Nachhaltiges Engagement ist zu unterstützen, das beschlossene Aktionsbündnis für Teilhabe und Beteiligung kann hier einen wichtigen Beitrag leisten. In diesem Zusammenhang hielt ich von Anfang an, den zunächst gebrauchten Begriff Soziale Distanz wahren für völlig irreführend. Gerade in Krisenzeiten sind soziale Nähe und Kontakte wichtig. Die seelischen Folgen von Corona werden wir erst im Zeitablauf spüren.

Abschließend ist mir in den letzten Wochen politisch aufgefallen, dass der Ruf nach dem Staat lautstark zuerst von denen kam, die sonst dem Staat die Regelungskompetenz absprechen. Und damit meine ich nicht die schon wieder vergessenen Helden des Alltags, die im Schichtdienst in den Krankenhäusern, in der Pflege, als Busfahrer arbeiten  oder in Corona Zeiten Amazon Produkte anliefern oder als Leiharbeiter in menschunwürdigen Verhältnissen Tiere zerlegen müssen.

 
 

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