In guter Nachbarschaft leben, brauchen wir dafür eine Integrationsbeauftragte?

Veröffentlicht am 24.11.2021 in Kommunalpolitik

Beitrag der SPD Fraktion in der Markt-Zeitung vom 24.11.2021

Haben Sie eine Vorstellung, wie viele Menschen in Ahrensburg mit einem ausländischen Hintergrund oder mit einer Einwanderungsgeschichte in Ahrensburg leben? Und bei dieser Frage geht es nicht um die aktuell etwa 200 geflüchteten Menschen, die zurzeit in der Zuständigkeit der Stadt betreut werden.

Nein, in unserer Stadt leben fast 6 000 Mitbürger und Mitbürgerinnen, die ursprünglich mit einer anderen Nationalität und anderen kulturellen Erfahrungen aus ihrer Heimat zu uns gekommen sind. Das sind Menschen, u. a. Gastarbeiterfamilien in unterschiedlichen Generationen, Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion, Lebenspartner unterschiedlicher Nationalität, Arbeits- und Bildungsmigranten im Rahmen der Europäischen Union-Freizügigkeit, insgesamt mehr als 100 Nationalitäten, die in Ahrensburg leben!

Mir ist diese Vielfalt erstmalig deutlich geworden, als die Unesco AG des Heimgartenzentrums einmal vor Jahren alle Flaggen der die Schule besuchenden Schüler sichtbar aufgehängt hatte. Das war beeindruckend.

Worum geht es? Um miteinander zu leben, gilt es sich im zunächst fremden Alltag zu orientieren, die Sprache zu lernen, Ausbildung, Arbeit, Einkommen zu haben, eine Wohnung zu finden, den Aufenthaltsstatus zu klären, Kindergarten und Schule für die Kinder zu organisieren. Migranten haben es dabei mit vielen verschiedenen Instanzen zu tun: Ausländerbehörde, Jobcenter, Rathaus, Betrieb, Schule, Kindergarten, Hilfsangebote freier Träger und ehrenamtlicher Initiativen. Sich in diesem Zuständigkeitsdschungel zurechtzufinden, ist schwer. Wer selbst einmal Anliegen hat, weiß wie schwer es ist, sich mit Bürokratie auseinanderzusetzen.

Die letzten Jahre haben die unterschiedlichsten Akteure an den Rand ihres Leistungsvermögens gebracht. Das gilt für die hauptamtlichen Akteure – ob im Rathaus oder im Jobcenter oder bei der Schulsozialarbeit in den Schulen –, aber gerade auch in der ehrenamtlichen Zivilgesellschaft. Beispielhaft seien hier der Freundeskreis Flüchtlinge, das Netzwerk Migration und Integration oder die agierenden Wohlfahrtsverbände erwähnt.

Es wurde immer wieder versucht, die haupt- und ehrenamtlichen Akteure zusammenzubringen, die gegenseitige Information sicherzustellen, die Angebote zu vernetzen. Immer wieder hat das ehrenamtliche Netzwerk signalisiert, dass der lose Zusammenschluss mit einer ehrenamtlichen Organisationsstruktur nicht ausreicht, eine bessere Koordination und Transparenz für die Rat- und Hilfesuchenden zu gewährleisten. Das viele Schulterklopfen reicht nicht aus.

Gesicherte personelle Ressourcen sind notwendig. Versuche, ein Integrations- und Maßnahmenkonzept – wie in anderen vergleichbaren Städten längst vorhanden – zu erstellen, sind bisher gescheitert.

Wie heißt es in dem Positionspapier des Netzwerkes sinngemäß: Unsere Stadt besitzt keine Instanz, in der die vielfältige Angebotslandschaft für Migrantinnen gebündelt und gesteuert wird, unter Einbeziehung der Sichtweise und der Interessen der Betroffenen. Es gibt keine langfristige Perspektive, die unter Beachtung der Migrationsbelange eine integrative Stadtentwicklung des Zusammenlebens aufzeigt.

Mein Vorschlag ist, dem Zusammenleben und der Vielfalt in unserer Stadt hauptamtliche Ressourcen für die Integrationsarbeit zu widmen. Es erschließt sich mir nicht, warum dies nicht möglich ist, wenn doch zum Vergleich circa eine Million Euro für das Stadtgeld und das Aufstellen von Sitzbänken in der Innenstadt auf den Fahrbahnen ausgegeben wird.

Es geht um gute Nachbarschaft von Deutschen und Menschen, die ihre Heimat verlassen haben. Es geht darum, Vorurteilen, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus vorzubeugen. Gerne höre ich Ihre Meinung dazu.

Jürgen Eckert

SPD-Stadtverordneter

 
 

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