Der bestehende Flächennutzungsplan von 1974 wurde bereits 51 mal geändert. Es ist mehr als an der Zeit, dass ein neuer, aktueller Plan erstellt wird. Der nun vorliegende Entwurf zementiert den schwarz-grünen Stillstand. Die Entwicklung Ahrensburgs und der gesamten Metropolregion ist hingegen dynamisch, daher sind das Aufzeigen von Potentialen und eine langfristige Planbarkeit unverzichtbar.

Im jetzigen Entwurf fehlen ca. 660 Wohneinheiten, um den errechneten Bedarf bis 2035 zu decken. Wachstum wird stattfinden, entweder durch unkontrolliertes Verdichten wie bisher oder gelenkt. Ein unkontrolliertes Verdichten führt zu sozialen Schieflagen in den vorhandenen Quartieren, da die vorhandene, auf den Bedarf nach der aktuellen Baudichte ausgelegte Infrastruktur nur schwer angepasst werden kann (wenn überhaupt).

Eine Verknappung, so wie es der jetzige Entwurf vorsieht, führt zu schnellerer unkontrollierter Verdichtung und treibt die Preise für Wohnraum noch weiter nach oben. Fakt ist, dass Ahrensburg dringend bezahlbaren Wohnraum benötigt, auch in Hinblick auf eine Gesamtstrategie zur Gewinnung, bzw. Haltung von Personal, sei es im Kita-Bereich, der Verwaltung oder der Wirtschaft.

Die Befürworter des Stillstands rechtfertigen ihre Verweigerung mit dem Hinweis, dass die Bürgerinnen und Bürger der Stadt keinen weiteren Zuzug, keine weiteren Sportplätze, kurz keine Veränderung wollten. Ist das so? Natürlich gibt es Grenzen des Wachstums, aber die Argumentation von Schwarz-Grün appelliert an die dunkle, egoistische Seite in uns. „Ich habe etwas und das will ich nicht mit anderen teilen.“

Was kommt dann als nächstes? Warum sollten Menschen ohne schulpflichtige Kinder bereit sein, viel Geld für ein neues Heimgarten-Schulzentrum auszugeben? Warum sollten Autofahrer zustimmen, wenn auch die Fuß- und Radwege ausgebaut werden? Warum sollten Menschen, die weit von der Bahn entfernt wohnen, Lärmschutzwände mit unterstützen?

Jean-Jacques Rousseau hat in seinem Werk über den Gesellschaftsvertrag auf den Unterschied zwischen dem Bourgois, der nur an seine eigenen Interessen denkt und dem Citoyen, den es braucht, um ein Gemeinwesen aufzubauen, hingewiesen. Grüne und CDU wollen anscheinend, dass die Bürgerinnen und Bürger wieder zu Bourgois werden. Es ist Zeit für eine Antwort von Ihnen.

Liebe Leserinnen und Leser, Mehrheit ist Mehrheit. Sie aber haben es in der Hand, bei den Kommunalwahlen im kommenden Mai die Antwort zu geben und die Weichen neu zu stellen.

Markus Kubczigk und Jochen Proske

SPD Ahrensburg

Stadtverordnete

Menü